Akkusicherheit


  • Der sicherste Akku ist der Kartoffelakku.


    Damit wäre Samsung das Galaxy Note 7 Desaster erspart geblieben.


    Naja, zumindest bis man die Kartoffeln verputzt... doch vorsicht, da ist giftiges Nikotin drin! ;)


    Befürchte der Kartoffelakku kann punkto Energiedichte nicht mit LiIon-Akkus mithalten:
    https://de.m.wikipedia.org/wik…ochemische_Spannungsreihe
    Gerade mal 1V für Cu-Zn, bei 3000mAh ergibt dies dann 10.8kJ. Zum Vergleich: Eine 18650er LG HG2 schafft da zumindest in der Theorie immerhin fast 40kJ.
    Und 3000mAh Kartoffelakku in 18650er-Grösse möchte ich mal sehen ;)
    Dem Note 7 währe wohl bereits während des Aufstartvorgangs der Saft ausgegangen, alleine schon wegen des immensen Innenwiderstandes der Zellen. Ansonsten wäre bei genannter Schaltung nämlich noch ein Vorwiderstand in Serie zur LED nötig, welcher den Strom begrenzt. Direkt an einem LiIon-Akku angeschlossen würde sie nicht lange leben (Epileptiker bekämen einen Anfall, ein Pfeiffen läge in den Ohren und die Geschmacksnerven der Nasenschleimhaut würden ziemlich strapaziert).

  • @Dampferland
    Das ist halt wieder eine ganz tolle Pauschalisierung die du da machst.
    Nachtschattengewächse (Ja nicht nur Kartoffeln) enthalten ca. 1μg (0,001mg) Nikotin / 10g Gemüse, eine Zigarette setzt im Durschnitt ca. 12 mg Nikotin frei (1 Zigarette = ca. 1g Tabak). Dies sind in also rund 120000x weniger als in einer Zigarette. Du müsstest also (Achtung Kopfrechnen!) 1200Kg Kartoffeln essen um etwa gleich viel Nikotin aufzunehmen wie mit einer Zigarette. Der LD50 Wert von Nikotin liegt ca. bei 0.88mg / Kg Körpergewicht. Ein Menschlein, dass 50Kg wiegt müsste also 44mg (3.6 Zigaretten / 432 Kg Kartoffeln) zu dir nehmen, damit Nikotin wirklich giftig wird.


    Es versteht sich von Selbst, dass Nikotin im Körper abgebaut wird - die Mengen müssten also alle gleichzeitig aufgenommen werden. Ich habe bewusst das Beispiel Zigarette genommen und nicht die Dampfe, da bei der Dampfe die Nikotinmenge stärker Variert als bei Zigaretten und daher die Rechnerei schwieriger geworden wäre.


    Und bevor irgendwelche Schlaumeier das Gefühl haben mir vorzuwerfen dass die Zahlen nicht stimmen - die habe ich ganz meines Berufsstandes gerecht- Ingenieursmässig aus Google - und natürlich aus den ersten paar gefundenen Resultate und kurz mit dem Kopf berechnet - aber das Endresultat ist immer etwa dasselbe

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    Das halte ich für eine Propagandalüge der Alliierten
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    Schuld sind sowieso alle anderen
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  • Abgesehen davon, dass Damperland das wohl nicht ganz ernst gemeint hat, muss doch zumindest eine Zahl, die Du verwendet hast, kritisiert werden - die LD50 von Nikotin von 0.88mg/kg stammt aus dem Jahre 18irgendwas aus einem Selbstversuch und gilt heute als überholt. Man geht heute glaube ich von ungefähr der 10fachen Menge aus, das heisst, du kannst deine 432 Kg Kartoffeln noch mal mit dem Faktor 10 multiplizieren, um auf die tödliche Menge zu kommen... :whistling:

  • ich weiss das er es nicht ernst gemeint hat - aber auch ich darf mal prahlen. - das mit dem LD50 - bitte probiere es nicht aus;-)
    hab jetzt gerade nachgeschaut bei uns im Labor LD50 Maus 50mg/kg KG; Mensch 0.9mg/Kg KG.
    Und nein die Fläschchen stammen nicht aus 18irgendwas. Mir ist eigentlich auch egal von was irgendwelche Leute ausgehen. Die SDS - Blätter sind wissenschaftlich fundiert

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    Schuld sind sowieso alle anderen
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  • Lach - nein, die Fläschchen sicher nicht, aber die Grundlagenforschung, die ihnen zugrunde liegt. Wissenschaftliches Vorgehen ist grundsätzlich als positiv zu bewerten, es gibt allerdings in diesem Vorgehen teilweise auch Schwachstellen, die man nur durch hinterfragen von vermeintlich etabliertem Wissen bereinigen kann. Dieses Hinterfragen hat vor ein paar Jahren Bernd Mayer gewagt und hat sich auf die Suche nach der wissenschaftlichen Quelle dieser letalen Dosis bei Nikotion gemacht und ist am Ende der Kette auf eine Publikation aus dem ganz frühen 20en Jahrhundert gestossen, die sich auf eine Schätzung eines Wissenschaftlers von 18irgendwas bezog. Seither ist diese unhinterfragt von der Literatur übernommen und als gegeben angenommen worden. Keine weitere Forschung wurde hierzu unternommen (ist auch schwierig, niemand wird sich freiwillig vergiften lassen wollen). Allerdings gibt es scheinbar Fälle, in denen Menschen oral aufgenommen Dosen von 500mg ohne grössere Probleme überlebt haben, was für einen LD50 Wert von weit über den bisher angenommen Werten spricht (ich hatte mal von einem Selbstmordversuch mit Nik Liquid gelesen, finde leider die Quelle grade nicht mehr).
    Die SDS Blätter werden sicherlich in absehbarer Zufkunt nicht angepasst werden, dazu fehlt schlicht das ökonimsche Interesse.
    Artikel von Bernd Mayer: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3880486/

  • Artikel von Prof. Dr. Bernd Mayer (Pharmakologie Uni Graz): https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3880486/
    Von mir zusammengefasst: Die LD50 von 0.8mg/kg beim Mensch (~60mg) geht auf Carl Damian von Schroff aus dem Jahr 1856 zurück (wie @Mikro richtig erwähnt). Neuere Untersuchungen belegen aber, dass die LD50 beim Menschen wohl über 6.7mg/kg liegt (0.5g). Das wären dann ~10x mehr!

  • SDS Blätter werden, weil sie müssen, regelmässig angepasst. In einem Punkt muss ich dir Recht geben, niemand will sich vergiften. Darum gibt es 1. diese Blätter und 2. werden diese Studien nicht am Menschen getestet, Zur Erinnerung der LD50 oder auch die Letale Dosis genannt ist die Konzentration eines Stoffes, bei der die hälfte der Probanden gestorben ist. Das wird meist an Mäusen oder Ratten eruiert und dann auf den Menschen übertragen - es sind also sowieso nur Schätzungen.


    Das einer einmal 500mg überlebt hat glaube ich gerne, Es gibt ja auch Lastwagenfahrer die mit 12 Promille im Blut erwischt wurden.
    Und wenn ich ehrlich zu dir sein sollte: Ich vertrau lieber einer Wissenschaftlichen Schätzung aus 2000 Jahre v Chr. als einem Idioten der sich 500mg Nikotin in den Rachen kippt.
    Klar bin ich auch der Meinung, dass man alles hinterfragen muss und soll - jedoch kann man dies dann auch überprüfen. Der Artikel von Bernd Mayer ist ja auch nur reine Literaturrecherche. Nicht das ich das Abwerten möchte aber es sagt halt für mich etwa genau so viel aus wie:
    Die Tabakpflanze benötigt für die Synthese von Nikotin als einer der Ausgangsstoffe Nikotinsäure. Nikotinsäure wird gerne auch Niacin genannt. In der Lebensmittelindustrie ist Niacin auch Bekannt als Vitamin B3. Da Vitamin B3 nicht nur gesund ist sondern ein sogenanntes essenzielles Vitamin für die Nervenzellen kann Nikotin, das ja aus Vitamin B3 besteht gar nicht so gefährlich sein.


    Wie oben aufgeführt gibt es für alles die eine oder andere hernagehensweise - jedem ist das selbst überlassen. Ihr dürft Nikotin gerne trinken wenn ihr wollt - Ich rate aber explizit davon ab.

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    Das halte ich für eine Propagandalüge der Alliierten
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    Schuld sind sowieso alle anderen
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  • In einem Punkt gebe ich Dir auch Recht: ich rate tunlichst davon ab, Nikotin zu trinken oder anderweitig oral aufzunehmen.


    Ich vertrau lieber einer Wissenschaftlichen Schätzung aus 2000 Jahre v Chr. als einem Idioten der sich 500mg Nikotin in den Rachen kippt.


    Der Idiot, der sich 500mg Nikotion in den Rachen gekippt hat, hat auch gar nichts zum Thema gesagt, jedenfalls nichts, was bis zu mir durchgedrungen wäre. Allerdings wurde sein Fall wissenschaftlich dokumentiert und ausgewertet.


    Das wird meist an Mäusen oder Ratten eruiert und dann auf den Menschen übertragen - es sind also sowieso nur Schätzungen.


    Genau hier wird es interessant: warum sollte die letale Dosis bei Nikotin beim Menschen so viel kleiner sein als die gut dokumentierten Dosen bei Ratten und Mäusen (und offensichtlich auch Hunden)?

    LD50 Maus 50mg/kg KG; Mensch 0.9mg/Kg KG.


    Das ganze Thema ist eigentlich für uns nur insofern relevant, als dass es aufgrund dieser angenommenen hohen Giftigkeit von Nikotin zu unsinnigen regulatorischen Richtlinien kommen kann - zum Beispiel die Maximalgrösse für Liquidflaschen von 10ml. Das ist insbesondere ärgerlich, wenn man dies mit den frei im Handel erhältichen Grössen von giftigen Reinigungsmitteln vergleicht.