Schadstoffe in Aromen

      Das hatten wir doch vor einiger Zeit schon mal gelesen. Die Konzentrationen der eingesetzten Stoffe im Test sind nicht realistisch wenn man es mit der Dampfe vergleicht, da wird z.B. Lungengewebe für 15 Minuten in reinem Aroma gebadet um dann herauszufinden dass die Zellen nach dem Aromabad nicht mehr richtig fit sind. (etwas übertrieben)
      Für mich kein Grund auf Vanille zu verzichten vorallem da ich nur 2ml/Tag Danpfe, man sollte sich dann eher überlegen weniger zu dampfen wenn sich jemand täglich 20ml Zimtschnecke in die Lungen zieht.
      Hier die Stellungnahme zu dieser Aromen = Herzinfarkt - Studie aus Bosten von unserem Prof.
      Für die Facebook-Verweigerer hier per c/p meine Stellungnahme zur Herzschädigung durch Aromastoffe.

      Zur Zeit berichten die Medien, dass Aromen in E-Liquids das Herz
      schädigen. Grundlage für diese Schreckensnachricht ist die hier
      verlinkte Studie einer Arbeitsgruppe in Boston, die kürzlich in einer
      exzellenten Fachzeitschrift veröffentlicht wurde.

      Zunächst möchte ich festhalten, dass in der Studie nicht die
      Herzfunktion untersucht wurde sondern die Funktion von Zellen, die
      Blutgefäße innen auskleiden und durch Freisetzung diverser Mediatoren
      deren Funktion modulieren. Einer dieser Mediatoren ist Stickstoffmonoxid
      (nitric oxide, NO). NO bewirkt eine Relaxation der Blutgefäße
      (Erweiterung -> Senkung des Blutdrucks) und verhindert die Ablagerung
      von Blutplättchen, wirkt also antithrombotisch. Zu diesem Thema habe
      ich über 300 Arbeiten publiziert, kenne mich also einigermaßen gut aus.

      Zur Ehrenrettung der Autoren möchte ich festhalten, dass in ihrem Paper
      keine Rede von Herzschädigung ist, die haben die Journalisten dazu
      phantasiert. Klingt halt fetziger als "Schädigung von Endothelzellen".

      Im ersten Teil der Arbeit wird bestätigt, dass die Funktion der
      Endothelzellen in Rauchern beeinträchtigt ist. Das ist gut bekannt, an
      einer einschlägigen Arbeit dazu habe ich vor knapp 20 Jahren sogar
      selbst mitgewirkt: circres.ahajournals.org/content/86/2/e36.long

      Neu und für Dampfer interessanter ist der zweite Teil der Arbeit in dem
      gezeigt wird, dass ausgewählte Aromastoffe in höheren Konzentrationen
      die NO-Freisetzung aus kultivierten Endothelzellen hemmen. Abgesehen
      davon dass unklar ist, in welchen Konzentrationen diese Stoffe im Blut
      von Konsumenten vorliegen, schwächeln diese Experimente aus methodischen
      Gründen. Zur Messung von NO wurde eine Fluoreszenzmethode verwendet,
      die zwar einfach durchführbar aber leider wenig zuverlässig ist.
      Unsereins lässt seit langem die Finger davon, da der verwendete
      Farbstoff (DAF-2) mit Tod und Teufel reagiert. Die Autoren haben
      keinerlei Kontrollexperimente durchgeführt, um derartige Artefakte
      auszuschließen. Außerdem könnte die Abnahme der Fluoreszenz auch auf
      Abfangen ("scavenging") von NO beruhen, also nichts mit der Zellfunktion
      zu tun haben.

      Als Beispiel möchte ich Eugenol heraus greifen, das in zahlreichen
      Liquids als Aromastoff enthalten ist und dem ich in Fachgutachten
      Unbedenklichkeit bescheinigt habe. Muss ich aufgrund dieser Arbeit meine
      Einschätzung korrigieren? Ich glaube nicht. In der Fachliteratur findet
      man unzählige Publikationen zu den positiven protektiven Effekten
      dieser Substanz. Von besonderem Interesse sind dabei die zahlreichen
      Arbeiten die zeigen, dass Eugenol eine Erweiterung isolierter Blutgefäße
      bewirkt. Die (angeblich) beobachtete Verminderung der NO-Freisetzung
      aus Endothelzellen ist also entweder ein Artefakt oder wird in intakten
      Blutgefäßen durch andere Mechanismen überspielt. Ähnliches mag für die
      anderen Stoffe zutreffen. In Anbetracht der methodischen Probleme der
      Studie erspare ich mir aber weitere Recherchen.

      Ich habe mir zwar fest vorgenommen Forschungsausflüge zum Dampfen zu
      vermeiden, in dem Fall mache ich aber eine Ausnahme, weil wir die
      erforderlichen Methoden im Labor etabliert haben (und die Herausgeber
      von Fachzeitschriften zur Zeit offenbar alles rund ums Dampfen mit
      Handkuss zur Publikation annehmen). Nächste Woche legen wir los.

      Quelle
      Glückliche Dampferin seit 2008
      @schnigschnag und @heimchen: in dem Artikel den ich verlinkt habe sagen sie deutlich das a) bei 3 von neun getetesten Stoffen schon in niedriger Konzentration - wie sie beim dampfen üblich ist - Entzündungen der Endothelzellen und eine Verminderung von NO Freisetzung festgestellt wurde. Und b) es wird auch nicht behauptet, dass man davon sofort Herzkrank wird sondern eine der beteiligten Professorinen (nicht die Presse) sagt, dass dies erste Vorboten einer möglichen Herzkreislauferkrankung sind.

      Ich finde die Studie recht sachlich und keine Panikmache, es ist für mich völlig einleuchtend dass nicht alles was von Irgendwem irgendwo produziert wird, komplett unbedenklich sein kann und diese Stoffe scheinen es nicht zu sein. Zumal gerade amerikanische Firmen oftmals den Profit vor Gesundheitsbedenken stellen. Entwarnung gibt es dafür für die anderen Aroma Stoffe die getestet und für unbedenklich befunden wurden, so hat man wenigstens einen Orientierungspunkt wenn einen das Thema interessiert oder man ignoriert das Ganze und vertraut halt auf sein Glück ;)

      They found that low concentrations of the molecules used for menthol, clove, vanill, cinnamon, and burnt flavors caused inflammation in the endothelial cells, as well as decreased production of nitric oxide, a molecule that’s essential to blood vessels’ healthy function.“Increased inflammation and a loss of nitric oxide are some of the first changes to occur leading up to cardiovascular disease and events like heart attacks and stroke, so they are considered early predictors of heart disease,” said Jessica Fetterman, Ph.D., an assistant professor of medicine at Boston University and first author on the study, in a statement. “Our findings suggest that these flavoring additives may have serious health consequences.”

      Ich bin natürlich ganz klar auch für solche Studien, wenn sie denn korrekt und unabhängig durchgeführt werden. Gut möglich, dass diese Aromen tatsächlich nicht die beste Wahl sind wenn es darum geht die unbedenklichsten Aromen zum Dampfen zu finden.
      Ich habe mir viele Gedanken darüber gemacht und bin zum Schluss gekommen, dass ich das Risiko eingehe diese Aromen trotzdem zu dampfen. Seit ich nicht mehr rauche hat sich meine Gesundheit enorm verbessert ich schlafe besser, sehe fitter aus, habe mehr Ausdauer und bin allgemein einfachh besser in Schuss als die 20 Jahre zuvor. Heute morgen bin ich 10 Kilometer auf einen Berg gerannt in einer Zeit die ich vor 10 Jahren als Raucher nie geschafft hätte. Ich bin also mit 40 fitter als mit 30.
      Seit ich mit dem Dampfen begonnen habe trinke ich so gut wie keinen Alkohol mehr was ja wiederum auch ein Plus ist für meine Gesundheit.
      Wenn mir jetzt jemand sagt, dass mich mein Vanille Aroma irgendwann umbringen wird kann ich ihm nur sagen, dass dieses Aroma mein Leben im Hier und Jetzt enorm verbessert hat und ich momentan nicht darauf verzichten möchte. Ich liebe Vanille und das ganze Custard Pudding Zeugs!

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „schnigschnag“ ()