Angepinnt Elektrotechnik für E-Dampfer

      Sehr geil. Vielen dank @Maendu für die Arbeite die du dir gemacht hast und fürs wirklich gute Erklären.
      Das ganze müsste man noch in unseren Dampftechnik Blog nehmen, weiss nur noch nicht wie.
      Auf jedenfalls Pinne ich das oben fest das es immer zu oberst ist... :thumbup:
      Dampfende Grüsse
      Andy

      Don't worry about getting older.
      You're still gonna do dump stuff...only slower


      Danke Maendu.

      Jetzt bin ich noch iritierter als vorher ^^ Die URI- Formel ist ja vielen bekannt. Aber waren da nicht auch noch Schwyz und Unterwalden beteiligt :?:

      Wie ist es aber jetzt mir den Widerstand und Temperatur ? Die Anzeige am Gerät mit 0.7 Ohm bezieht sich auf eine kalte Wicklung. Wenn man nun dampft so steigt die an. Regelt das unsere Box damit die nicht durchbrennt ?

      Eine oxydierte Wicklung hat eine schlechtere Wärmeübertragung. Muss ich das durch Reinigung der Wicklung ausgleichen ?
      @Dampf
      Der Text bezieht sich auf Heizleiterlegierungen (Kanthal, NiChrom, etc.): de.m.wikipedia.org/wiki/Heizleiterlegierung
      Jene besitzen einen nahezu konstanten elektrischen Temperaturkoeffizienten, d.h. Der Wicklungswiderstand bleibt über eine grosse Temperaturspanne nahezu bei jenem Wert bei Zimmertemperatur.

      Bei der Temperaturregelung (eigentlich ist es bisher keine wirkliche Regelung, was die TC-Mods machen, sondern eher eine Temperaturüberwachung und -Begrenzung) verwendet man aber Drähte aus Material mit möglichst hohem el. Temperaturkoeffizienten (wie Nickel200, Titan, Edelstahl V2A oder V4A, Wolfram, Nifethal, etc.), damit sich der Widerstand bei steigender Temperatur ebenfalls möglichst stark erhöht.
      Prinzip siehe: de.wikipedia.org/wiki/Temperaturkoeffizient
      Man spricht dann auch von Kaltleiter oder PTC-Verhalten (positive temperature coefficient): de.m.wikipedia.org/wiki/Kaltleiter
      Wenn deine Wicklung oxidiert ist, betrifft dies nur die Oberfläche des Drahtes und ändert den Wicklungswiderstand nur marginal, etwas mehr Einfluss hat dies aber bei Microcoils, da die Querverbindung über die sich berührenden Windungen so verschwindet, wobei auch dies kaum einen grossen Unterdchied macht. Falls nötig einfach den Widerstand des kalten Verdampfers neu kalibrieren.
      Eine Nickel200- oder Titan-coil solltest du jedoch niemals ausglühen!! Die Oxide sind soviel ich weiss ziemlich ungesund! Ausserdem wird die Wicklung so sehr spröde und brüchig, was sie besonders für TC unbrauchbar macht.

      Die "Temperaturregelung" eines TC-Akkuträgers funktioniert im Wesentlichen recht einfach: Der Akkuträger kennt den Wichlungswiderstand des kalten Verdampfers (Raumtemperatur, angenommen 20°C). Befeuert man nun den Verdampfer so erhöht sich die Temperatur der Wicklung und deren Widerstand wird ebenfalls grösser. Aus der Prozentualen Widerstandsänderung ermittelt der Akkuträger anhand einer Tabelle, oder noch besser anhand einer eingespeicherten Kurve, welchen Widerstand die Wicklung nun haben muss und begrenzt wenn nötig die Ausgangsleistung. Dazu benötigt der Akkuträger die Angabe des verwendeten Wicklungsmaterials, dessen el. Temperaturkoeffizienten oder eben eine Kurve, welche den spezifischen Widerstandsverlauf entsprechend der Temperatur aufzeigt, der dann mit dem gemessenen Widerstand bei 20°C auf den tatsächlichen Wert hochgerechnet wird.
      ... und sonst hab' ich noch ein TamTam im Kühlschrank!

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „Maendu“ ()

      Darf ich hier auch etwas fragen, oder ist dieser Thread eher für das Fachsimpeln unter Elektro-Spezialisten gedacht? Ich habe einen Tröpfler bestellt, der Morgen bei mir eintrudeln sollte. Wenn ich jetzt eine Wicklung mit 0.23 Ohm anbringe kann ich dann mit 2 18650er-Samsung INR25 Akkus (mit 20A Entladestrom) bedenkenlos mit 60Watt dampfen? Oder benötige ich noch stärkere Akkus? Ich blicke irgendwie nicht durch. Verdoppelt sich der Entladestrom wenn 2 Akkus miteinander betrieben werden? Ich werde immer eine geregelte Box benutzen, also eine gewisse Sicherheit habe ich dadurch schonmal (denke ich zumindest). Wenn mir hier irgendjemand einen Tipp geben kann dann bin sehr dankbar!

      ANMERKUNG: Hat sich erledigt, hab gerade diesen Rechner hier gefunden, der beantwortet eigentlich meine Fragen. rapidtables.com/calc/electric/watt-volt-amp-calculator.htm

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Gargamel“ ()

      @Dampf
      Wochenanfang ist gut, hab gerade meinen ersten Arbeitstag beim neuen Arbeitgeber hinter mir ;) gefällt!

      @Gargamel
      Dieser Thread ist natürlich für alle gedacht, ob News, Anmerkungen, Hinweise oder Fragen, alles was andern weiterhilft ist erwünscht ;)

      Trotzdem noch kurz zu deiner Frage: Wenn du die Akkus parallel zur Wicklung betreibst, halbiert sich der fliessende Strom (3.7V / 0.23Ohm = 16.1A) auf die einzelnen Zellen. Pro 18650er hast du also noch jeweils gute 8A, welcher der Akku liefern können muss.
      In Serieschaltung verdoppelt sich allerdings die Spannung: 2x3.7V / 0.23Ohm = 33.2A!
      Dieser Strom fliesst nun aber durch beide 18650er-Zellen! Du würdest also mindestens 35A-fähige Akkus benötigen!
      ... und sonst hab' ich noch ein TamTam im Kühlschrank!

      Maendu schrieb:


      @Gargamel
      Dieser Thread ist natürlich für alle gedacht, ob News, Anmerkungen, Hinweise oder Fragen, alles was andern weiterhilft ist erwünscht ;)

      Trotzdem noch kurz zu deiner Frage: Wenn du die Akkus parallel zur Wicklung betreibst, halbiert sich der fliessende Strom (3.7V / 0.23Ohm = 16.1A) auf die einzelnen Zellen. Pro 18650er hast du also noch jeweils gute 8A, welcher der Akku liefern können muss.
      In Serieschaltung verdoppelt sich allerdings die Spannung: 2x3.7V / 0.23Ohm = 33.2A!
      Dieser Strom fliesst nun aber durch beide 18650er-Zellen! Du würdest also mindestens 35A-fähige Akkus benötigen!


      Oh vielen Dank Maendu für diesen wichtigen Hinweis. Die Box die ich dafür verwenden wollte betreibt die Akkus in Serie. Gut, dass Du das erklärt hast. :thumbsup: Dann darf ich wenn ich es richtig verstanden habe, wenn ich mit meinen zwei 20A-Akkus 60 Watt dampfen möchte, auf keinen Fall unter 0.6 Ohm wickeln. Oder bei, sagen wir mal 0.4 nicht über 40 Watt dampfen. Also ich hoffe ich stelle mich jetzt nicht allzu doof an....

      Gargamel schrieb:


      Oh vielen Dank Maendu für diesen wichtigen Hinweis. Die Box die ich dafür verwenden wollte betreibt die Akkus in Serie. Gut, dass Du das erklärt hast. :thumbsup: Dann darf ich wenn ich es richtig verstanden habe, wenn ich mit meinen zwei 20A-Akkus 60 Watt dampfen möchte, auf keinen Fall unter 0.6 Ohm wickeln. Oder bei, sagen wir mal 0.4 nicht über 40 Watt dampfen. Also ich hoffe ich stelle mich jetzt nicht allzu doof an....


      Achtung, Widerstand und Leistung sind umgekehrt proportional zueinander, zudem noch quadratisch!
      Mit zwei seriell geschalteten Akkus hast du 2x3.7V, also insgesamt 7.4V Nennspannung, die auf die Wicklung kommen (abzüglich dem Spannungsabfall am Verdampfer, den Kontakten und dem Mod selbst).
      Bei 0.4Ohm Wicklungswiderstand ergibt dies eine Stromstärke von:
      I = U / R = 7.4V / 0.4Ohm = 18.5A, welche deine Akkus aushalten müssen. Die 0.4Ohm (resp. 0.37Ohm für 20A) sind also das unterste Limit, wenn du zwei 20A-Akkus seriell verwendest.
      Damit bekommst du aber eine Ausgangsleistung von:
      P = U * I = 7.4V * 18.5A = 136.9W!
      Die Leistung kannst du auch wiefolgt berechnen:
      P = U^2 / R = (7.4V x 7.4V) / 0.4Ohm = 136.9W

      Um bei einer mechanischen Box mit zwei seriell geschalteten Akkus eine Leistung von 40W zu erhalten müsstest du einen Wicklungswiderstand von:
      R = U^2 / P = (7.4V x 7.4V) / 40W = 1.37Ohm wickeln!
      Für 60W wären es 0.91Ohm.
      Je kleiner der Widerstand, desto grösser die Leistung. Dies verhält sich zudem Quadratisch:
      Wenn du den Widerstand halbierst, dann vervierfacht sich die Leistung!
      Wenn du eine geregelte Box (variable Watt) hast, dann kannst du einfach die Ausgangsleistung auf 40W stellen. Die Box gibt dann automatisch eine kleinere Spannung aus (DNA-chip), als die beiden seriell geschalteten Akkus liefern. Die Yihi-chips pulsen so viel ich weiss aber die volle Akkuspannung (7.4V) resp. die noch höher gewandelte Spannung per Pulsweitenmodulation (PWM) auf die Wicklung! Bei wicklungen unter 0.4Ohm ist so auch die Pulslast an den Akkus höher als 20A!
      Ob die Spannung noch hochgewandelt wird oder nicht, spielt Leistungsmässig keine Rolle und bedeutet keinen höheren Akkustrom, als direkt bei 7.4V (ev. etwas mehr, da noch Verluste am Wandler entstehen).
      Aber unterm Strich solltest du mit 20A-Akkus bei geregelten seriellen Boxen grob gesagt nicht über eine Leistung von 20A x 7.4V = 148W gehen, um die 20A nicht zu überschreiten! Der Widerstand ist dabei nicht entscheidend, da die Spannung, welche auf die Wicklung gegeben wird, sowieso der eingestellten Leistung angepasst wird.
      Du kannst dabei so tief wickeln, was der Akkuträger zulässt (all zu tief würde ich nicht empfehlen ;) ).
      ... und sonst hab' ich noch ein TamTam im Kühlschrank!

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Maendu“ ()

      Maendu schrieb:


      Wenn du eine geregelte Box (variable Watt) hast, dann kannst du einfach die Ausgangsleistung auf 40W stellen. Die Box gibt dann automatisch eine kleinere Spannung aus (DNA-chip), als die beiden seriell geschalteten Akkus liefern. Die Yihi-chips pulsen so viel ich weiss aber die volle Akkuspannung (7.4V) resp. die noch höher gewandelte Spannung per Pulsweitenmodulation (PWM) auf die Wicklung! Bei wicklungen unter 0.4Ohm ist so auch die Pulslast an den Akkus höher als 20A!
      Ob die Spannung noch hochgewandelt wird oder nicht, spielt Leistungsmässig keine Rolle und bedeutet keinen höheren Akkustrom, als direkt bei 7.4V (ev. etwas mehr, da noch Verluste am Wandler entstehen).
      Aber unterm Strich solltest du mit 20A-Akkus bei geregelten seriellen Boxen grob gesagt nicht über eine Leistung von 20A x 7.4V = 148W gehen, um die 20A nicht zu überschreiten! Der Widerstand ist dabei nicht entscheidend, da die Spannung, welche auf die Wicklung gegeben wird, sowieso der eingestellten Leistung angepasst wird.
      Du kannst dabei so tief wickeln, was der Akkuträger zulässt (all zu tief würde ich nicht empfehlen ;) ).


      Genial! Vielen Dank für Deine Erläuterungen! Ich glaube ich habe zu kompliziert überlegt (ein Denkfehler sozusagen, dabei dampfe ich nicht erst seit gestern :huh: ). Da ist ja immer noch ein Chip in der Box, der das meiste von selbst regelt. Höchstwahrscheinlich werde ich sowieso nicht unter 0.4 oder 0.5 wickeln. Ich habe noch 2 LG und 4 Sony Konions, also eigentlich nur Original High Drain Akkus zu Hause (bis auf 2 purple Efest, die ich allerdings nicht mehr verwende). Sollte also nichts schief gehen! Vielen Dank noch einmal für Deine Hilfe! :thumbup:

      Roli schrieb:

      @Maendu

      vielen Dank für die interessanten und ausführlichen Beschreibungen. Ich werde die Beiträge in den Blog schieben und Dir den Blog freischalten. Der ist nicht zum diskutieren gedacht, darum nicht für alle freigegeben.

      Gruss Roli


      @Roli
      Kannst du es so machen das die Beiträge hier im Thema bleiben für die Diskussion und im Blog zusätzlich zum nachschlagen?
      Dampfende Grüsse
      Andy

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      Sehr toller Beitrag @Maendu . Klingt alles wie bei meinem Paps (aber der ist mehr als doppelt so alt wie du :D ). Ergänzend dazu hätte ich noch was für die Leute wie mich, die sich Formeln einfach nicht merken können:

      Möge der Dampf mit euch sein :thumbsup:

      Roland

      Miau Miau Schiwaumiau

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